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Crowdworker gesucht!

An mich ist eine Bitte herangetragen worden. Im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Europa-Universität Viadrina beginnt nun ein Untersuchung zu Crowdworkern (oder Clickworkern). Dazu soll nicht nur über sie geredet werden, sondern auch mit Personen, die auf diese Art ihren Lebensunterhalt (anteilig) bestreiten. Mehr dazu könnt ihr zum Beispiel hier lesen.

Prof. Dr. Anna Schwarz, mit der ich zusammenarbeite, sucht in einem ersten Schritt solche Personen und möchte sich mit ihnen unterhalten (in Berlin oder gerne auch telefonisch) – natürlich vertraulich. Meldet euch bitte auch wenn ihr Kontakte vermitteln könnt, direkt bei ihr: aschwarz@europa-uni.de oder über das untenstehende Formular bei mir. Das wäre eine große Hilfe für die erste spannende Phase unseres Projekts.2015-01-10 10.57.30

 

Barcelona reloaded

Vorgeplänkel

Ich habe Fernweh. Darin ist wie in jedem Jahr der Berliner Winter schuld, aber auch die Erkenntnis, dass das Reisen mit einem schulpflichtigen Kind nicht das Einfachste ist. Um diesem tiefsitzenden Wunsch nachzugehen habe ich 2015 zum Jahr des Reisens erkoren. Nicht alle kleinen oder großen Trips werden hier besprochen – wahrscheinlich nur die mit den schönsten Fotos zum Angeben. In Zukunft sicher noch mehr als zuvor mit dem zentralen Aspekt des Essens auf Reisen, denn das ist gerade im Alltag wie unterwegs manchmal schwierig. Aufgrund von diversen Allergien sei eine glutenfreie vegane Ernährung gerade angebracht. Außerdem: Wer braucht schon Knoblauch und Bananen? Ok, Sellerie war eh noch nie meins, aber der ist dennoch in so einigen Lebensmitteln versteckt. Da hilft nur noch Selbermachen. Ein Kochblog wird das hier allerdings nie – dafür ist meine Küche einfach immer zu unordentlich.

Geht’s jetzt auch endlich mal los?

Na gut. Also fast. Ich hege schon lange ein Faible für Barcelona. So richtig bewusst wurde mir das vor gut zwei Jahren im November, als ich abends im T-Shirt am Stadtstrand saß und ein Estrella (vielleicht auch mehr) trank. Ein Entschluss stand fest: Irgendwann lebe ich hier mal eine Weile. Für irgendwas war mein Lateinamerikastudium also doch gut. Mit Spanisch kann man sich zwar überall gut verständigen, so richtig ankommen tut man damit aber nicht – nicht in der Stadt und auch nicht bei den BewohnerInnen der selbigen. Und bevor jemand fragt: Nein, mit dem Catalán läuft’s noch nicht so gut.

So, jetzt aber. Die zehntägige Reise startete für mich kurz nach einer spannenden Konferenz. Davon noch ganz benommen, trudelten wir am frühen Abend in Barcelona ein. Die angemietete Wohnung einer Hamburger Fotografin fand sich schnell in den typischen schmalen Straßen am Fuße des Montjuïc. Unsere Reisegemeinschaft, zwei Menschen, die eine lange Freundschaft verbindet und ein Kind, startete den ersten Abend recht untypisch für katalanische Verhältnisse, indem wir einfach irgendwann ganz unspektakulär schlafen gingen. Spoiler: Wir passten uns aber sehr schnell an die ortsüblichen Verhältnisse an und dank des Urlaubs sowie der blickdichten Rollos vor den Fenstern, standen wir i.d.R. auch nicht vor Mittag auf.

Wetterbedingt nutzten wir die ersten beiden Tage um am Strand rumzuhängen. Die winterblasse Haut erhielt den ersten leichten Sonnenbrand und wir haben alle vom Meer in Form geschliffenen Glasscherben gesammelt, die angespült wurden und nix mehr für die Sommergäste übriggelassen. So sind wir halt. Sobald die Sonne weg war, wurde es aber kühler, sodass wir uns zum Essen in eine Bar oder nach Hause verzogen. Am südlichen Ende von Barceloneta kann ich dieses wunderbare Restaurant sehr empfehlen: Bar Celoneta. Die Karte beinhaltet typische Tapas, aber auch interessante Kombinationen. Vegane Gerichte sind deklariert und der sympathische Betreiber ist offen für Sonderwünsche. Ich war jedes Mal zufrieden und komme gerne wieder.

Barceloneta Bar Johanna Voll

In den nächsten Tagen lernten wir die Stadt nun also von verschiedenen Seiten kennen. Auch wenn es nicht mein erster Besuch dieser tollen Metropole war, entdeckten wir eigentlich jeden Tag eine neue schöne Ecke. Hier ein paar Eindrücke davon:

Hafen Barcelona 2015 Johanna VollGaudi Barcelona 2015 Johanna VollBlick vom Tibidabo Barcelona 2015 Johanna VollFrachthafen Barcelona 2015 Johanna VollMontjuic Funicular Barcelona 2015 Johanna Vollolympia Montjuic Barcelona 2015 Johanna VollStrand am Abend Barcelona 2015 Johanna VollStreetart boy Barcelona 2015 Johanna VollAvinguda tibidabo Barcelona 2015 Johanna VollRiesenrad Barcelona 2015 Johanna VollStreetart Barcelona 2015 Johanna VollFriedhof Barcelona 2015 Johanna VollStrand Wind Barcelona 2015 Johanna Voll

Kurz vor Ende der wie immer viel zu kurzen Reise sind wir zumindest ein kleines Stück rausgefahren: Nach Badalona. Wir haben versucht entlang der Küste bis zum Stadtzentrum zu laufen. Das geht zwar theoretisch, aber nur mit vielen Umwegen hinter einigen Industrieanlagen und Häfen. Der Strand und das türkisfarbene Meer war dort trotzdem noch ne Nummer schöner als am Stadtstrand von Barceloneta. Es war sehr windig, sodass es neben uns lediglich die Kitesurfer dorthin gezogen hat. Gelohnt hat es sich dennoch.

Barcelona 2015 Johanna VollKletterteil badalona Barcelona 2015 Johanna VollBadalona Barcelona 2015 Johanna Voll

Abreise mit Hindernissen

Allein schon der Fakt, dass wir gegen 9 Uhr am Flughafen sein sollten, war in unserem oben erwähnten Rhythmus eine ziemliche Herausforderung. Aber wir passierten pünktlich den Security-Check um dann eine ganze Zeit lang nichts anderes zu tun als zu warten. Der Heimflug wurde immer wieder nach hinten gerückt. Warum war bis dahin nicht erkennbar und das Flughafen-Wifi zu teuer um ernsthafte Nachverfolgungen anzustreben. Gegen Nachmittag ging es dann zunächst rein ins Flugzeug und dann sogleich wieder raus. Dieses Spiel machten wir dann am Abend gleich noch mal, dann aber mit der Ansage, dass es doch erst gegen 20 Uhr aufgrund eines Streiks der Fluglotsen im zu überfliegenden Frankreich tatsächlich losgeht. Wir bekamen den ein oder anderen Voucher – der ein oder andere davon funktionierte tatsächlich. Die Sandwiches des einizgen vorhandenenStandes konnte alle nicht mehr sehen. Irgendwann waren wir dann ziemlich alleine am Gate und alle MitarbeiterInnen der Airline verschwunden. Der Großteil der Fluggäste waren deutsche Urlauber, darunter die Reisegruppe Freiberg (ja, aus Sachsen), denen die Partylaune auch langsam verging. Ende vom Lied war, dass wir quer über das Flughafengelände gejagt in Bussen zu einem Hotel gebracht wurden, in das wir dank unserer flinken Füße als eine der ersten eincheckten. Das Kind schlief irgendwann zwischendurch ein. Die letzten Gäste bekamen gegen 3 Uhr nachts ihre Zimmer – das weiß ich aufgrund meiner kleinen Ausflüge zur Hotelbar in der Lobby. Nach dem üppigen Frühstück am nächsten Morgen hatten wir gerade noch Zeit um die Dachterrasse des an sich sehr schicken Hotels in Augenschein zu nehmen. Das Kind wollte noch bleiben. Dann ging das gleiche Spiel am Flughafen noch mal von Vorne los und als wir dann nachmittags tatsächlich mit Flugrichtung Berlin abhoben, hat schon niemand mehr daran geglaubt an diesem Tag noch in der Hauptstadt anzukommen. Leider also ein sehr stressiges Ende eines wunderschönen Urlaubs.

Hotel Palmen Barcelona 2015 Johanna VollHotel Pool Barcelona 2015 Johanna VollFlughafen I Barcelona 2015 Johanna VollRückflug Barcelona 2015 Johanna Voll

Kurze Schlussbetrachtungen

Für mich war es nicht der erste Aufenthalt in der Stadt meiner aktuellen Träume. Ich komme wieder, im besten Fall für einen längeren Forschungs- oder Arbeitsaufenthalt. Kontakte zu einer der vielen Universitäten dürfen gerne an mich weitergeleitet werden.

Montjuic sun Barcelona 2015 Johanna Voll

Heute mal Musik: Woods of Birnam

Ich bin kein Fangirl – eigentlich jedenfalls – war ich nie. Alles fing mit dem Newsletter von TV Noir an. Da kann man ja schon mal gar nix falsch machen. Durch eine Sonderverlosung bekam ich nun also zwei Karten für die regelmäßige Veranstaltung im Heimathafen Neukölln. Tex singt ein Eröffnungslied und dann plaudern die Gäste aus ihrem Leben – untermalt mit musikalischen Einlagen der letzteren. In unserer Auflage waren das Catharina Sieland von Cäthe sowie Christian Friebel, der mit den Jungs von Polarkreis 18 nun Musik macht. Zunächst dachte ich noch: „Was macht denn dieser Milchbubi da auf der Bühne, neben der rauen aber unheimlich starken Stimme von Cäthe?“ Doch dann sang eben jener Typ die schönsten Lieder. Das kann man hier angucken:

Und weil dieser jene Typ eben auch noch Schauspieler ist und seine Band auch dort dabei hat, besorgte ich mir Karten für den Hamlet in Dresden. Hamlet sah ich zuletzt in einer schrecklich altbackenen Version vor mehr als 10 Jahren im Stadttheater von Conroe, Texas – inklusive altertümlicher Kostüme und ganz viel Pomp. Was uns dagegen in Dresden im letzten Herbst erwartete (Es war Weinfest.), war ziemlich atemberaubend. Ich konnte nicht genug kriegen von diesem Hamlet – als tragischer Held und grandioser Sänger. Die Inszenierung von Roger Vontobel ist weiterhin im Programm des Staatsschauspieltheaters in Dresden. Mit Shakespeare bringe ich nun nicht nur meine eigenen Theatererfahrungen (Sommernachtstraum, aber viel besser Titus Andronicus) und einen gar nicht so schlechter Krimi in Verbindung, sondern eben auch diese schönen Stunden im Schauspielhaus Dresden.

Am 7. November kam dann endlich das langersehnte Album offiziell raus. Darauf sind neben den Titeln aus dem Stück auch weitere Lieder – genauso mitreißend. Dank Spotify konnte ich es schon zuvor in Dauerschleife genießen (hab aber das Album auch in echt). Lange nicht hat mich Musik so berührt. Da waren vielleicht Element of Crime, von denen ich einige Lieder immer noch nicht wieder hören kann, ohne zu heulen. Aber seien wir mal ehrlich, ganz viel Musik dudelt doch nur so im Hintergrund und dient zur Untermalung irgendeiner Aktivität. Das geht bei mir und Woods of Birnam nicht.

Das Release-Konzert im Fluxbau hat alle meine Erwartungen erfüllt. Auch nach dem zehnten Mal (und wahrscheinlich mehr) Hören, bin ich mitgerissen und ziemlich beeindruckt, welche Wirkung die Musik hat – mit oder ohne Hamlet. Auf dem Album ist nun irgendwie alles vertreten, wobei es sich nicht nach einem Konzept anhört. Von (m)einer neuen Indie-Hymne (Dance) bis hin zu ganz ruhigen Tönen, die direkt im Herz einschlagen. Wer mehr dazu lesen mag, wird HIER fündig. Und dann sind da natürlich die Hamlet-Stücke (in Shakespeares Worten), die zurecht auf einer eigenen EP veröffentlicht wurden und dort vielleicht doch besser aufgehoben sind. Das ändert aber nix daran, dass das alles ziemlich groß ist – das Gefühl, die Texte, die Musik.

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Foto: Andrew DeCandis via flickr (Creative Commons)

Postkult e.V. 2014

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Irgendwann am Anfang des Jahres 2007 dachten sich einige Studierende der in Halle ansässigen Universität, dass sie in der Stadt und den Menschen darin, die sie beide seit drei Jahren ziemlich lieb gewonnen hatten, noch mal was auf die Beine stellen wollen. Am Anfang war da die Idee eine kleine Ausstellung zu organisieren und vielleicht noch ein paar Freunde dazu einzuladen. Herausgekommen sind ein zweiwöchiges Kulturfestival im Juni 2007 und eine Vereinsgründung. Das kann man alles auch HIER nachlesen. Mittlerweile besitzt der Verein eine Immobilie im Böllberger Weg, betreibt einen Stadtgarten und hat in den letzten Jahren diverse Projekte initiiert oder mitgestaltet. Viele der einst Aktiven sind mittlerweile in alle Windrichtungen verstreut – ein harter Kern bleibt Halle treu. Am letzten Wochenende hab ich mich dort mal umgeschaut. Vieles ist noch in Arbeit. Der Stadtgarten hat sich eigentlich schon auf den Herbst eingestellt, zeigt aber Dank der milden Wetterlage die eine oder andere Blüte. Engagierte Stadtraumeroberer sind immer herzlich eingeladen mal vorbeizukommen.

Ich war eine aus dem Gründungsteam und konnte die erste Zeit des damals jungen Vereins als Vorsitzende erleben. Wir haben viele Fehler gemacht, Krisensitzungen mit Wodka und diverse Gespräche mit Ämtern, AnwohnerInnen und Andersdenkenden erlebt. Jetzt blicke ich auf all die Projekte (teilweise mit hohen Fördersummen) und das Grundstück am Böllberger Weg und bin ganz schön stolz auf all die Menschen, die den Verein unterstützt haben. Bis in das aufwendig (mit viel Eigenleistung) sanierte Haus weitere Initiativen und Projekte einziehen können, braucht es aber noch ein wenig Zeit – aber auch weitere Aktive. Infos zu allen wichtigen Terminen (Subotnik) gibt es HIER.

Ich habe mache am besagten Wochenende mit ein paar Anderen, die die Gründungsgeschichte des Vereins mit mir geteilt haben, umgesehen. Das Gelände bietet viele schöne Ecken mit ganz viel Potenzial für kleine Ideen, aus denen manchmal was ziemlich großes werden kann.

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openTransfer CAMP 2014 in Hamburg

Gutes einfach verbreiten – unter diesem Motto ziehen wir in diesem Jahr nun also endlich nach Hamburg. Die openTransfer CAMPs starten nach der ereignisreichen Sommerpause wieder. Wie immer geht es um den Projekttransfer und die (erfolgreiche) Verbreitung von Projektideen. Es sind schon viele tolle Sessionvorschläge eingereicht worden, dennoch bleiben wir der Barcamp-Tradition treu und freuen uns auf viele spontane Themenvorschläge. Das Camp wird von der Stiftung Bürgermut organisiert und ich düse als Teil des Orga-Teams mit in die Hansestadt.

Alle Infos gibt es hier.

Und hier geht’s direkt zur Anmeldung.

Wir sehen uns da!

Herz Nuss OTC14

PS: Am 8. November geht’s nach Frankfurt.

Barcelona 2014

Diesmal ganz privat und ohne Konferenz – nicht aber ohne Hintergedanken an einen längeren (beruflichen) Aufenthalt – inklusive Sonnenbrand, Straßenfesten (Festa Major de Sants), Montjuïc und vielen Abenden mit Tapas und Co.

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Oh, hatten wir Spaß! Am besten war sicherlich, dass wir über einen Bekannten ganz privat eine Wohnung in Eixample ergattern konnten (inklusive riesiger Dachterasse) und wunderschönem Blick über die Stadt. Deren BewohnerInnen waren in der Zwischenzeit im schönen Berlin – in meiner Wohnung. Und dann war da noch das Meer. An den heißen Tagen stapelten sich dort die Touristenkörper in diversen Reihen. Trotzdem schön. Wellen gab’s auch.

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Meine liebsten Apps fürs iPad

Die wahrscheinlich beste (technische) Anschaffung der letzten Zeit war mein gebraucht gekauftes iPad (3. Generation, Wifi und Celluar). Zunächst suchte ich nach einer Tablet-Lösung, mit der ich auch unterwegs arbeiten konnte (E-Mails, Texte lesen, bewerten, schreiben). Ich pendele fast täglich mit mehr als zwei Stunden Fahrtzeit. Auch das Durchstöbern der gängigen sozialen Netzwerke wurde auf dem Handy einfach zu frustrierend. In einem weiteren Schritt wollte ich dem papierlosen Büro damit näherkommen. Zugegeben: Hier gibt es noch Potenzial nach oben. Mit meiner neuen Errungenschaft bin ich dennoch sehr zufrieden, was auch mit folgenden Programmen zusammenhängt:

Goodreader

Der GoodReader wurde mir von einem Kollegen empfohlen. Daher möchte ich den Tipp hier gerne weitergeben. Mittlerweile verwalte ich damit meine kompletten PDFs, die ich so lesen muss/darf/möchte und füge meine Anmerkungen oder Kritzeleien direkt in die Dokumente ein. Vor allem ist das praktisch für Texte und Ausarbeitungen meiner Studierenden: Handouts, Referate oder Hausarbeiten die ich mit Feedback versehen direkt zurücksenden, bzw. als Leistungsnachweis speichern kann. Das hat den Vorteil, dass nicht alle zu meinen Sprechstunden kommen müssen um in die jeweiligen Arbeiten Einsicht zu nehmen, die aus rechtlichen gründen archiviert werden müssen. Außerdem lese ich mit der App viele Papers und benutze meine Anmerkungen als Basis für spätere Exzerpte. Der Kostenfaktor von 4,49 Euro amortisiert sich durch gesparte Druckkosten allemal.

Ganz viel Lesen geht natürlich auch mit diesen Apps: kindle und iBooks. Mach ich auch. In Pre-iPad-Zeiten habe ich sämtliche Ebook-Reader immer missmutig angeguckt und in meinem Inneren über die Verdrängung des gedruckten Buches, die Auswirkungen auf das Leseerlebnis an sich und die Konsequenzen für die allgemeine Weltlage sinniert. Ich lese immer noch (gedruckte) Bücher, aber gerade unterwegs überwiegen hier doch die Vorteile eines internetfähigen Endgeräts. Ihr habt mich gekriegt, ich lese wieder mehr und gefühlt auch schneller. Oft auch den Spiegel, da in meinem Abonnement eine E-Version inbegriffen ist.

Leider kann ich mir meine MitfahrerInnen in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht immer aussuchen. Mit Ohrstöpseln fühle ich mich tendenziell etwas zu wahrnehmungsgehemmt. Dann ist Musik auf den Ohren doch die bessere Variante. Spotify ist und bleibt dabei meine erste Wahl. Mit dem Premiumzugang erspare ich mir Werbung und kann meine Playlist auch auf Handy, bzw. iPad speichern. Über die Funktion “Ähnliche Künstler” entdecke ich jeden Tag neue schöne Musik je nach Stimmungslage.

Natürlich bin ich ganz groß in der Königsdisziplin Prokastrination für Fortgeschrittene. Apps, die diesen Lebensphasen entsprechen kennen wir alle.  Die nächsten drei sind für mich ein Zwischending: Schon praktisch, aber nicht unbedingt notwendig, eben ein legitimer Zeitvertreib für Zwischendurch:

Hopscotch

Mit Hopscotch lernen nicht nur Kinder Programmieren, sondern auch ich. Ich habe immer bereut im schulischen Informatikunterricht noch nicht gecheckt zu haben, dass dahinter ganz große Potenziale liegen. Hätte uns ja auch mal jemand erklären können, dass es bald um mehr gehen könnte als eine Schildkröte mit einem Pinsel im Hintern, mit der wir Häuser gezeichnet haben. So ähnlich funktioniert aber Hopscotch und regt auf spielerische Weise zu kleinen Wettkämpfen in der Community an. Die Schildkröte ist hier wahlweise ein Cupcake, Äffchen, Monster oder ein anderes unidentifizierbares, aber süßes Figürchen, dass jedeR mit Hilfe von befehlen über den Bildschirm jagen kann.

Ganz neu entdeckt habe ich WHY own it. Ganz im Sinne des aktuellen Trends (Oder ist es mehr als das?) sich dem kollaborativen Konsum hinzuwenden, bei dem der Zugang zu Dingen – aber auch Fähigkeiten – wichtiger ist als der eigentliche Besitz dieser, setzen die Start-up-Gründer auf ein peer-to-peer-Netzwerk. Dort kann jedeR eintragen, was er oder sie hat und weitergeben, bzw.  verleihen möchte. Auf einer Karte seht ihr, was Menschen in eurer Umgebung haben. Das macht Sinn: Eine Bohrmaschine wird während ihrer ganzen “Lebenszeit” durchschnittlich nur sechs bis elf Minuten aktiv benutzt und liegt den Rest der Zeit rum. Warum sollte man diese nicht mit Hans teilen, wenn der dafür beim nächsten mal den Winkelschleifer mitbringt? Die App an sich finde ich noch ein wenig ausbaufähig, aber die Idee ist genial.

Außerdem hat mich zur Zeit Duolingo fest im Griff. Ein kostenloses Programm, mit dem verschiedene Sprachen gelernt werden können. Die App selbst gibt es auch auf Deutsch. Wenn ihr, so wie ich, nun aber Spanisch lernen wollt, müsst ihr das mit Übersetzungen aus dem Englischen heraus machen. Was anfangs für mich durchaus gewöhnungsbedürftig war, hat sich mittlerweile in einen zusätzlichen Bonus verwandelt. Zumindest zum Auffrischen von Kenntnissen ist Duolingo bestens geeignet. In Übungen, die zwar immer ähnlich aufgebaut sind, erweitert ihr schnell euren Wortschatz und steigt Level um Level auf. Das System appelliert an den inneren Spieltrieb. Noch besser funktioniert es, wenn ihr euch mit Freunden vernetzt und gegenseitig motiviert. Wer sich vernetzten möchte, schreibt mir dazu gerne eine E-Mail.

Duolingo

 

Best of Coworking 2013

Meine Coworking-Höhepunkte in diesem Jahr in einer kurzen (Handy-) fotografischen Übersicht

Wer noch nicht weiß, was Coworking ist, kann das hier nachlesen und hier angucken. Irgendwann könnt ihr dazu sicher auch ein Buch von mir lesen. Ich bin dran.

Alte Kantine Wedding Johanna Voll Teatris

Coworking Space: Alte Kantine im Wedding

Coworking Europe 2013 Johanna Voll

Jahreshighlight: Coworking Europe 2013 – die europäische Coworking Konferenz

Die drei Tage im November waren ein wunderbarer Lichtblick in dem schon sehr tristen Winter Berlins. Ich habe viele Menschen aus der internationalen Coworking-Szene (wieder-) getroffen, tolle Kontakte geknüpft und eigene Projekte angeschoben. Das absolute Highlight waren die verschiedenen Coworcation-Ideen (Coworking + Vacation = Coworcation). Guckt’s euch mal an, zum Beispiel beim Surf Office oder Mutinerie Village (die ein sehr schönes Video zu ihrem neuesten Projekt erstellt haben).

Garden barcelona Coworking Johanna Voll

Coworking Space: Garden in Barcelona

Barcelona Garden Johanna Voll

Coworking Space: Garden in Barcelona

Coworking Barcelona Johanna Voll Werkbank

Coworking Space: Garden in Barcelona

Coworking Barcelona Johanna Voll Schrauben

Schöne DIY-Idee in einem Coworking Space in Barcelona

BenutzerInnen Info coworking Space Barcela Johanna Voll

Member Wall in Barcelona

Coworking Barcelona Johanna Voll

Und überall IKEA…

Fahrräder Barcelona Johanna Voll

In den meisten Coworking Spaces in Barcelona gab es eine kreative bis verrückte Art die Fahrräder im Inneren des Spaces abzustellen, bzw. anzuhängen.

Nix Weihnachtsstimmung

Lampe Johanna voll

So richtig ist Weihnachten bei mir in diesem Jahr noch nicht angekommen. Draußen scheint die Sonne und so richtig kalt war es nur in meiner Wohnung als ich nach drei Tagen auf Reisen wieder zurückkam. Und eben jene Reise trägt zu meiner bedrückten Stimmung bei. Es war gewissermaßen eine Reise in die Vergangenheit – meine Studienzeit – und zu einigen der Menschen, die ich damals kennengelernt und in mein Herz geschlossen habe.

Mittlerweile arbeiten wir alle mehr oder weniger in ganz unterschiedlichen Richtungen und haben mehr oder weniger Kinder mit unterschiedlichen Macken und Talenten. Eines war aber gravierend: Ob alleinerziehend oder in Pärchenformation, Single und/oder auf Sinn-/Jobsuche, alle waren unheimlich erschöpft und kraftlos – immer an der Grenze zwischen Selbstausbeutung und Erwartungsdruck. Ich habe selten so tiefe Schatten unter den Augen meiner Freunde gesehen. Im besten Fall freuten sie sich auf die anstehenden Feiertage, im schlimmsten bedeutete das nur noch mehr Stress. Individuelle Lösungsstrategien sind dann nicht selten geprägt von übermäßigen Fernseh- und Alkoholkonsum.

Was passiert da gerade? Ich frage mich natürlich auch nicht zum ersten Mal, wie vor allem Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen sind. Ich glaube nicht, dass wir plötzlich alle zu Weicheiern geworden sind, die einfach mal die Zähne zusammen beißen müssten um das alles auf die Reihe zu bekommen. Für 2014, bzw. die nächsten vier Jahre,  habe ich jedoch keine großen Hoffnungen, dass sich die strukturellen Probleme, die auch hinter den Augenringen stecken, zum Positiven verändern. In diesem Sinne: Semifrohe Weihnachten allerseits. Ich geh jetzt trinken und guck nen Film.

Das Coworking-Modell als Internationaler Projekttransfer in der Netzwerkgesellschaft

Morgens geht’s mit dem Carsharing-Auto zum Flughafen – gebucht über die App auf dem Smartphone. Die Konferenz in Bulgariens Hauptstadt wäre sicher auch via Livestream spannend gewesen, aber so teuer ist das Zimmer bei Milena nicht – gebucht über die entsprechende App. Am nächsten Tag bleibt noch etwas Zeit für einen Kaffee im Betahaus Sofia: Mails checken, die Präsentationen mit der Creative Commons-Lizenz hochladen, den passenden Blogbeitrag schreiben, vielleicht noch den Wikipedia-Artikel zum Thema kurz überarbeiten?

Wir leben in einer Netzwerkgesellschaft. Kollaborativer Konsum und Soziale Medien gehen Hand in Hand. Wir produzieren und konsumieren gleichermaßen. Wir teilen vielleicht nicht alles, aber vieles: Statusmeldungen, Wissen und letztendlich immer öfter den Arbeitsplatz – in sogenannten Coworking Spaces.

Dort kann jede und jeder einen temporären Arbeitsplatz auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis mieten. Die Infrastruktur wird von den Be­treiberInnen des jeweiligen Coworking Spaces gestellt. Die­se variiert in Ausstattung und Preis. Auch die Intentionen und Vorstellungen zur Zu­sammenarbeit variieren stark. Der Grad der Vergemeinschaftung und das Ausmaß der virtuellen und realen Vernetzung der Mitglieder ist unterschiedlich ausgeprägt, aber immer ein elementarer Bestandteil der Coworking-Bewegung. Nach neuesten Erkenntnissen von Deskmag, dem Online-Magazin rund um Coworking und seine Räume, öffnete im Juli der 3000. Coworking Space seine Türen (im März 2012 waren es noch 1700). Die Branche boomt.

Es gibt unheimlich viele verschiedene Varianten der Umsetzung des Coworking-Modells. Die globale Coworking Landschaft ist ausdifferenziert und reicht von kleinen individuellen (Atelier-) Räumen mit angegliederten Cafés bis hin zu großen professionellen Bürokomplexen. Viele Coworking Spaces sind branchenorientiert, teilen aber alle gemeinsame Wertevorstellungen: Zusammenarbeit, Offenheit, Gemeinschaft, Zugang und Nachhaltigkeit (Collaboration, Openness, Community, Accessibility, and Sustainability. Quelle: coworking.com).

Von Anfang an mit dabei waren das Gründer-Team des Betahauses Berlin und die vielen Köpfe, die sich hinter der HUB-Bewegung verbergen. Beide sind bis heute stetig gewachsen, mit Höhen und Tiefen, und stellen spannende Beispiele für den internationalen Projekttransfer dar.

Betahaus: Erst ein, dann zwei, dann fünf, jetzt vier

Das erste Betahaus öffnete 2009 am Berliner Moritzplatz seine Türen zu 2000qm Arbeitsraum auf mehreren Etagen als eine GmbH & CO. KG. Neben flexiblen gibt es auch feste Arbeitsplätze sowie kleine Office-Bereiche für Teams oder größere Besprechungsräume. Dort finden Freiberufler und Angestellte externer Firmen genauso ein Zuhause wie einige von Berlins aufstrebenden Startups. Für größere Veranstaltungen gibt es ebenfalls Platz. Ein Herzstück des Betahauses ist das Café im Erdgeschoss, wo auch nicht-Mitglieder in den Genuss der kreativen Arbeitsatmosphäre kommen können. Die Community tauscht sich in eigenen Workshops, Vorträgen und verschiedenen Veranstaltungsformaten aus. Ein besonderes Extra in Berlin: Die Open Design City, ein Werkstattbereich, der nicht nur Designerherzen höher schlagen lässt.

Neben Berlin gibt es weitere Ableger in Köln und Hamburg. Darüber hinaus gibt es Filialen in Sofia und Barcelona. Der Transfer funktioniert hier über gemeinsame Werte und Vorstellungen vom gemeinsamen Arbeiten. Während in der Coworking Space in Barcelona gerade erst eröffnet wurde, haben die Teams in Köln und Hamburg mit ganz anderen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Kölner Betahaus schließt im April

Im Frühjahr 2013 konnte in Köln die Insolvenz der betahaus Köln GmbH & CO. KG nicht mehr abgewendet werden. Die Sanierungsmaßnahmen im Zuge des Insolvenzverfahrens scheiterten gleichermaßen wie die Suche nach einem neuen Objekt. Nach eigenen Angaben war das Modell nicht rentabel, das Team ausgelaugt und es gab Probleme mit dem Vermieter. Rettungsaktionen der Community scheiterten, zeigten aber einen starken Zusammenhalt.

Hamburg vorerst gerettet

Auch das Betahaus Hamburg musste Mitte diesen Jahres Insolvenz anmelden, konnte aber seine Türe vorerst für die CoworkerInnen offen halten. Als Grund wird immer wieder die Konkurrenzsituation angegeben. Im Rahmen dieser vorläufigen Insolvenz wurde die hub23 coworking UG gegründet. Gemeinsam mit neuen InvestorInnen und neuen Strukturen bleibt das Betahaus Hamburg vorerst am alten Standort erhalten, plant aber einen Umzug im nächsten Jahr. Mit einer neuen Tarifstruktur soll ein größeres Augenmerk auf Events und langfristige Mitgliedschaften gelegt werden. Auch hier wurde klar, dass hinter dem Coworking Space eine starke Community steht, die sich in einem offenen Brief an die Insolvenzverwalter wandten.

Impact-Hubs: Gelungener Transfer mit Standortabhängigkeit

Auch bei der Hub-Bewegung gibt es Höhe und Tiefen. Mittlerweile gibt es über 40 Hubs auf fünf Kontinenten. Weitere stehen in den Startlöchern. Dabei funktioniert das Social Franchise über die internationale Marke als Dach aller Hubs weltweit: die Impact HUB GmbH mit Sitz in Wien. Um ein eigenes Hub zu eröffnen unterliegen die potenziellen GründerInnen der einzelnen Filialen Regeln und jährlichen Gebühren, die je nach Standort variieren. Dafür haben sie aber vollen Zugang zur “Basisstation” inklusive Beratung und Corporate Design.

Das erste Hub wurde 2005 in London gegründet. Dort gibt es nun schon drei Filialen. Dabei sind alle einzelnen Hubs eigene Firmen. Im Zuge der #HelloImpact-Kampagne werden alle “alten” Hubs zu sogenannten Impact Hubs. Die Hauptzielgruppe bleiben weiterhin SozialunternehmerInnen, die mit ihren Ideen die Welt ein bisschen besser machen wollen.

In Deutschland gibt es momentan zwei Impact Hubs. Nachdem ein erster Anlauf in Berlin scheiterte, befindet sich das neue GründerInnenteam noch in der Startphase. Mitglieder werden trotzdem schon geworben. Das Hub München hingegen ist schon gut besucht. Hier soll ein Zentrum für soziale Innovation und gemeinwohlorientiertes Wirtschaften entstehen. Arbeitsplätze und Räume für Events aller Art stehen den Mitgliedern seit Februar 2013 zur Verfügung.

Das Modell Coworking ist im Zuge der Reorganisation von Arbeit in der Wissens- und Netzwerkgesellschaft nicht mehr wegzudenken. Dabei gibt es nicht nur Erfolgsgeschichten – wie in allen innovativen Bereichen. Die nächsten Jahre werden zeigen ob Coworking mehr als nur eine Antwort auf die Wirtschaftskrise ist und die unterschiedlichen Modelle nebeneinander koexistieren können. Eins ist schon jetzt klar: Viele der Start-Ups, die uns die Möglichkeiten zu kollaborativer Arbeit und Konsum bieten, haben ihren Ursprung in Coworking Spaces.

Coworking leipzig Johanna Voll

Leipziger Coworking Space Rockzipfel

Dieser Beitrag erschien auch auf www.opentransfer.de.

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