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Heute mal Musik: Woods of Birnam

Ich bin kein Fangirl – eigentlich jedenfalls – war ich nie. Alles fing mit dem Newsletter von TV Noir an. Da kann man ja schon mal gar nix falsch machen. Durch eine Sonderverlosung bekam ich nun also zwei Karten für die regelmäßige Veranstaltung im Heimathafen Neukölln. Tex singt ein Eröffnungslied und dann plaudern die Gäste aus ihrem Leben – untermalt mit musikalischen Einlagen der letzteren. In unserer Auflage waren das Catharina Sieland von Cäthe sowie Christian Friebel, der mit den Jungs von Polarkreis 18 nun Musik macht. Zunächst dachte ich noch: „Was macht denn dieser Milchbubi da auf der Bühne, neben der rauen aber unheimlich starken Stimme von Cäthe?“ Doch dann sang eben jener Typ die schönsten Lieder. Das kann man hier angucken:

Und weil dieser jene Typ eben auch noch Schauspieler ist und seine Band auch dort dabei hat, besorgte ich mir Karten für den Hamlet in Dresden. Hamlet sah ich zuletzt in einer schrecklich altbackenen Version vor mehr als 10 Jahren im Stadttheater von Conroe, Texas – inklusive altertümlicher Kostüme und ganz viel Pomp. Was uns dagegen in Dresden im letzten Herbst erwartete (Es war Weinfest.), war ziemlich atemberaubend. Ich konnte nicht genug kriegen von diesem Hamlet – als tragischer Held und grandioser Sänger. Die Inszenierung von Roger Vontobel ist weiterhin im Programm des Staatsschauspieltheaters in Dresden. Mit Shakespeare bringe ich nun nicht nur meine eigenen Theatererfahrungen (Sommernachtstraum, aber viel besser Titus Andronicus) und einen gar nicht so schlechter Krimi in Verbindung, sondern eben auch diese schönen Stunden im Schauspielhaus Dresden.

Am 7. November kam dann endlich das langersehnte Album offiziell raus. Darauf sind neben den Titeln aus dem Stück auch weitere Lieder – genauso mitreißend. Dank Spotify konnte ich es schon zuvor in Dauerschleife genießen (hab aber das Album auch in echt). Lange nicht hat mich Musik so berührt. Da waren vielleicht Element of Crime, von denen ich einige Lieder immer noch nicht wieder hören kann, ohne zu heulen. Aber seien wir mal ehrlich, ganz viel Musik dudelt doch nur so im Hintergrund und dient zur Untermalung irgendeiner Aktivität. Das geht bei mir und Woods of Birnam nicht.

Das Release-Konzert im Fluxbau hat alle meine Erwartungen erfüllt. Auch nach dem zehnten Mal (und wahrscheinlich mehr) Hören, bin ich mitgerissen und ziemlich beeindruckt, welche Wirkung die Musik hat – mit oder ohne Hamlet. Auf dem Album ist nun irgendwie alles vertreten, wobei es sich nicht nach einem Konzept anhört. Von (m)einer neuen Indie-Hymne (Dance) bis hin zu ganz ruhigen Tönen, die direkt im Herz einschlagen. Wer mehr dazu lesen mag, wird HIER fündig. Und dann sind da natürlich die Hamlet-Stücke (in Shakespeares Worten), die zurecht auf einer eigenen EP veröffentlicht wurden und dort vielleicht doch besser aufgehoben sind. Das ändert aber nix daran, dass das alles ziemlich groß ist – das Gefühl, die Texte, die Musik.

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Foto: Andrew DeCandis via flickr (Creative Commons)

Postkult e.V. 2014

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Irgendwann am Anfang des Jahres 2007 dachten sich einige Studierende der in Halle ansässigen Universität, dass sie in der Stadt und den Menschen darin, die sie beide seit drei Jahren ziemlich lieb gewonnen hatten, noch mal was auf die Beine stellen wollen. Am Anfang war da die Idee eine kleine Ausstellung zu organisieren und vielleicht noch ein paar Freunde dazu einzuladen. Herausgekommen sind ein zweiwöchiges Kulturfestival im Juni 2007 und eine Vereinsgründung. Das kann man alles auch HIER nachlesen. Mittlerweile besitzt der Verein eine Immobilie im Böllberger Weg, betreibt einen Stadtgarten und hat in den letzten Jahren diverse Projekte initiiert oder mitgestaltet. Viele der einst Aktiven sind mittlerweile in alle Windrichtungen verstreut – ein harter Kern bleibt Halle treu. Am letzten Wochenende hab ich mich dort mal umgeschaut. Vieles ist noch in Arbeit. Der Stadtgarten hat sich eigentlich schon auf den Herbst eingestellt, zeigt aber Dank der milden Wetterlage die eine oder andere Blüte. Engagierte Stadtraumeroberer sind immer herzlich eingeladen mal vorbeizukommen.

Ich war eine aus dem Gründungsteam und konnte die erste Zeit des damals jungen Vereins als Vorsitzende erleben. Wir haben viele Fehler gemacht, Krisensitzungen mit Wodka und diverse Gespräche mit Ämtern, AnwohnerInnen und Andersdenkenden erlebt. Jetzt blicke ich auf all die Projekte (teilweise mit hohen Fördersummen) und das Grundstück am Böllberger Weg und bin ganz schön stolz auf all die Menschen, die den Verein unterstützt haben. Bis in das aufwendig (mit viel Eigenleistung) sanierte Haus weitere Initiativen und Projekte einziehen können, braucht es aber noch ein wenig Zeit – aber auch weitere Aktive. Infos zu allen wichtigen Terminen (Subotnik) gibt es HIER.

Ich habe mache am besagten Wochenende mit ein paar Anderen, die die Gründungsgeschichte des Vereins mit mir geteilt haben, umgesehen. Das Gelände bietet viele schöne Ecken mit ganz viel Potenzial für kleine Ideen, aus denen manchmal was ziemlich großes werden kann.

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Barcelona 2014

Diesmal ganz privat und ohne Konferenz – nicht aber ohne Hintergedanken an einen längeren (beruflichen) Aufenthalt – inklusive Sonnenbrand, Straßenfesten (Festa Major de Sants), Montjuïc und vielen Abenden mit Tapas und Co.

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Oh, hatten wir Spaß! Am besten war sicherlich, dass wir über einen Bekannten ganz privat eine Wohnung in Eixample ergattern konnten (inklusive riesiger Dachterasse) und wunderschönem Blick über die Stadt. Deren BewohnerInnen waren in der Zwischenzeit im schönen Berlin – in meiner Wohnung. Und dann war da noch das Meer. An den heißen Tagen stapelten sich dort die Touristenkörper in diversen Reihen. Trotzdem schön. Wellen gab’s auch.

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Meine liebsten Apps fürs iPad

Die wahrscheinlich beste (technische) Anschaffung der letzten Zeit war mein gebraucht gekauftes iPad (3. Generation, Wifi und Celluar). Zunächst suchte ich nach einer Tablet-Lösung, mit der ich auch unterwegs arbeiten konnte (E-Mails, Texte lesen, bewerten, schreiben). Ich pendele fast täglich mit mehr als zwei Stunden Fahrtzeit. Auch das Durchstöbern der gängigen sozialen Netzwerke wurde auf dem Handy einfach zu frustrierend. In einem weiteren Schritt wollte ich dem papierlosen Büro damit näherkommen. Zugegeben: Hier gibt es noch Potenzial nach oben. Mit meiner neuen Errungenschaft bin ich dennoch sehr zufrieden, was auch mit folgenden Programmen zusammenhängt:

Goodreader

Der GoodReader wurde mir von einem Kollegen empfohlen. Daher möchte ich den Tipp hier gerne weitergeben. Mittlerweile verwalte ich damit meine kompletten PDFs, die ich so lesen muss/darf/möchte und füge meine Anmerkungen oder Kritzeleien direkt in die Dokumente ein. Vor allem ist das praktisch für Texte und Ausarbeitungen meiner Studierenden: Handouts, Referate oder Hausarbeiten die ich mit Feedback versehen direkt zurücksenden, bzw. als Leistungsnachweis speichern kann. Das hat den Vorteil, dass nicht alle zu meinen Sprechstunden kommen müssen um in die jeweiligen Arbeiten Einsicht zu nehmen, die aus rechtlichen gründen archiviert werden müssen. Außerdem lese ich mit der App viele Papers und benutze meine Anmerkungen als Basis für spätere Exzerpte. Der Kostenfaktor von 4,49 Euro amortisiert sich durch gesparte Druckkosten allemal.

Ganz viel Lesen geht natürlich auch mit diesen Apps: kindle und iBooks. Mach ich auch. In Pre-iPad-Zeiten habe ich sämtliche Ebook-Reader immer missmutig angeguckt und in meinem Inneren über die Verdrängung des gedruckten Buches, die Auswirkungen auf das Leseerlebnis an sich und die Konsequenzen für die allgemeine Weltlage sinniert. Ich lese immer noch (gedruckte) Bücher, aber gerade unterwegs überwiegen hier doch die Vorteile eines internetfähigen Endgeräts. Ihr habt mich gekriegt, ich lese wieder mehr und gefühlt auch schneller. Oft auch den Spiegel, da in meinem Abonnement eine E-Version inbegriffen ist.

Leider kann ich mir meine MitfahrerInnen in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht immer aussuchen. Mit Ohrstöpseln fühle ich mich tendenziell etwas zu wahrnehmungsgehemmt. Dann ist Musik auf den Ohren doch die bessere Variante. Spotify ist und bleibt dabei meine erste Wahl. Mit dem Premiumzugang erspare ich mir Werbung und kann meine Playlist auch auf Handy, bzw. iPad speichern. Über die Funktion “Ähnliche Künstler” entdecke ich jeden Tag neue schöne Musik je nach Stimmungslage.

Natürlich bin ich ganz groß in der Königsdisziplin Prokastrination für Fortgeschrittene. Apps, die diesen Lebensphasen entsprechen kennen wir alle.  Die nächsten drei sind für mich ein Zwischending: Schon praktisch, aber nicht unbedingt notwendig, eben ein legitimer Zeitvertreib für Zwischendurch:

Hopscotch

Mit Hopscotch lernen nicht nur Kinder Programmieren, sondern auch ich. Ich habe immer bereut im schulischen Informatikunterricht noch nicht gecheckt zu haben, dass dahinter ganz große Potenziale liegen. Hätte uns ja auch mal jemand erklären können, dass es bald um mehr gehen könnte als eine Schildkröte mit einem Pinsel im Hintern, mit der wir Häuser gezeichnet haben. So ähnlich funktioniert aber Hopscotch und regt auf spielerische Weise zu kleinen Wettkämpfen in der Community an. Die Schildkröte ist hier wahlweise ein Cupcake, Äffchen, Monster oder ein anderes unidentifizierbares, aber süßes Figürchen, dass jedeR mit Hilfe von befehlen über den Bildschirm jagen kann.

Ganz neu entdeckt habe ich WHY own it. Ganz im Sinne des aktuellen Trends (Oder ist es mehr als das?) sich dem kollaborativen Konsum hinzuwenden, bei dem der Zugang zu Dingen – aber auch Fähigkeiten – wichtiger ist als der eigentliche Besitz dieser, setzen die Start-up-Gründer auf ein peer-to-peer-Netzwerk. Dort kann jedeR eintragen, was er oder sie hat und weitergeben, bzw.  verleihen möchte. Auf einer Karte seht ihr, was Menschen in eurer Umgebung haben. Das macht Sinn: Eine Bohrmaschine wird während ihrer ganzen “Lebenszeit” durchschnittlich nur sechs bis elf Minuten aktiv benutzt und liegt den Rest der Zeit rum. Warum sollte man diese nicht mit Hans teilen, wenn der dafür beim nächsten mal den Winkelschleifer mitbringt? Die App an sich finde ich noch ein wenig ausbaufähig, aber die Idee ist genial.

Außerdem hat mich zur Zeit Duolingo fest im Griff. Ein kostenloses Programm, mit dem verschiedene Sprachen gelernt werden können. Die App selbst gibt es auch auf Deutsch. Wenn ihr, so wie ich, nun aber Spanisch lernen wollt, müsst ihr das mit Übersetzungen aus dem Englischen heraus machen. Was anfangs für mich durchaus gewöhnungsbedürftig war, hat sich mittlerweile in einen zusätzlichen Bonus verwandelt. Zumindest zum Auffrischen von Kenntnissen ist Duolingo bestens geeignet. In Übungen, die zwar immer ähnlich aufgebaut sind, erweitert ihr schnell euren Wortschatz und steigt Level um Level auf. Das System appelliert an den inneren Spieltrieb. Noch besser funktioniert es, wenn ihr euch mit Freunden vernetzt und gegenseitig motiviert. Wer sich vernetzten möchte, schreibt mir dazu gerne eine E-Mail.

Duolingo

 

Nix Weihnachtsstimmung

Lampe Johanna voll

So richtig ist Weihnachten bei mir in diesem Jahr noch nicht angekommen. Draußen scheint die Sonne und so richtig kalt war es nur in meiner Wohnung als ich nach drei Tagen auf Reisen wieder zurückkam. Und eben jene Reise trägt zu meiner bedrückten Stimmung bei. Es war gewissermaßen eine Reise in die Vergangenheit – meine Studienzeit – und zu einigen der Menschen, die ich damals kennengelernt und in mein Herz geschlossen habe.

Mittlerweile arbeiten wir alle mehr oder weniger in ganz unterschiedlichen Richtungen und haben mehr oder weniger Kinder mit unterschiedlichen Macken und Talenten. Eines war aber gravierend: Ob alleinerziehend oder in Pärchenformation, Single und/oder auf Sinn-/Jobsuche, alle waren unheimlich erschöpft und kraftlos – immer an der Grenze zwischen Selbstausbeutung und Erwartungsdruck. Ich habe selten so tiefe Schatten unter den Augen meiner Freunde gesehen. Im besten Fall freuten sie sich auf die anstehenden Feiertage, im schlimmsten bedeutete das nur noch mehr Stress. Individuelle Lösungsstrategien sind dann nicht selten geprägt von übermäßigen Fernseh- und Alkoholkonsum.

Was passiert da gerade? Ich frage mich natürlich auch nicht zum ersten Mal, wie vor allem Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen sind. Ich glaube nicht, dass wir plötzlich alle zu Weicheiern geworden sind, die einfach mal die Zähne zusammen beißen müssten um das alles auf die Reihe zu bekommen. Für 2014, bzw. die nächsten vier Jahre,  habe ich jedoch keine großen Hoffnungen, dass sich die strukturellen Probleme, die auch hinter den Augenringen stecken, zum Positiven verändern. In diesem Sinne: Semifrohe Weihnachten allerseits. Ich geh jetzt trinken und guck nen Film.

#20 facts about me: Johanna

Knete Johanna VollDer Virus, der sich neben den alltäglichen wetterbedingten Bazillen da draußen, durch die Bloglandschaft schlängelt, hat auch mich befallen. Also dann mal los.

1. Ich liebe Macarons. Noch toller wäre es aber wenn es die auch in vegan gäbe. Rezepttipps bitte sofort zusenden.

2. Ich mag das Gefühl in der Badewanne liegen zu bleiben und das Wasser abzulassen.

3. Während meiner mündlichen Masterprüfung habe ich erfahren, dass der Bildungsaufstieg auch mit der Anzahl der Bücher zusammenhängt, die eine Familie im Haus hat (Beispiel, Seite 13). Ich geh dann mal einkaufen.

4. Die eigenen Kinder sind die Schönsten.

5. Ich sage, dass ich gerne ins Fitnessstudio gehe, meine aber Sauna + Dachterrasse.

6. Mein Geschirr ist zu großen Teilen selbstgemacht, der Rest von IKEA.

7. Ich hab jahrelang in Mathe Nachhilfe gegeben und dadurch ein elementares Grundverständnis beibehalten. PISA ich komme!

8. Selten gebe ich mehr als zwanzig Euro für ein Kleidungsstück aus. Dafür hab ich aber viel zu viele.

9. Das Chaos um mich herum spiegelt nicht mein Inneres wieder: Ich liebe klare Strukturen und Pläne. Und To-Do-Listen! Die hab ich überall: auf Zetteln, an der Wohnungstür, an Tafeln und in Notizbüchern.

10. Als Wahlberlinerin bin ich täglich wieder neu fasziniert von dieser Stadt, außer im Winter – da könnt ich nur kotzen.

11. Alles was im entferntesten mit Haushalt zu tun hat ist nicht mein Ding.

12. Ich spiele beinahe täglich mit dem Gedanken in wärmere Gefilde auszuwandern. Bei so einem miesen Wetter wie heute: stündlich.

13. Die elfte Klasse habe ich zweimal gemacht: deutsch und amerikanisch. #Austauschjahr

14. Gleich nach Chemie habe ich Biologie abgewählt. Zum Glück ging das damals noch.

15. Als Kind wollte ich Tierärztin werden, später dann Maskenbildnerin am Theater. Eigentlich will ich das immer noch und war eine ganze Zeitlang als freiberufliche Kinderschminktante unterwegs. Der schönste meiner Nebenjobs weil von den Kindern ganz viel zurück kommt.

16. Ich schlafe äußerst schlecht in fremden Betten.

17. Meine beste Freundin kenne ich seitdem wir beide fünf waren und im selben Haus lebten. Nun ist es zumindest die gleiche Stadt.

18. Alle paar Monate muss ich das Meer sehen. Ostsee reicht.

19. Ich erledige jeden noch so kleinen Weg mit dem Fahrrad. Laufen ist einfach zu anstrengend – und langsam.

20. Ich erblickte an einem 29. Februar das Licht dieser Erde und bin nun ganze sieben Jahre alt.

Hiddensee 2013 Johanna Voll

Meine Entdeckungen 2013 – besser spät als nie

Manchmal brauche ich etwas länger um Tools für mich (wieder) zu entdecken. Um die Bandbreite dieses Blogs aufzuspannen, findet ihr hier ein Potpourri von Anwendungen, die mir in letzter Zeit begegnet sind. Alle sind in der Grundversion kostenlos verfügbar.

Netvibes Jobsuche Johanna Voll

Mit Netvibes verbinde ich klassische Monitoring-Maßnahmen, habe mir aber auch ein rein privates Dashboard angelegt, wodurch ich zu großen Teilen meine Jobsuche gesteuert habe. Zum Sammeln von RSS-Feeds finde ich es auch sehr praktisch und übersichtlich. Nachteil: Einige Such-Optionen funktionieren nicht immer.

Pluragraph BBE Johanna Voll

Pluragraph bin ich ebenfalls auf meinem jüngsten Ausflug in die Social Media-Welt in der Onlineredaktion vom BBE begegnet. Hier werden den NutzerInnen aktuelle Daten zu den diversen Netzauftritten von Non-Profits geliefert. Es gibt auch Rankings und Übersichten zu den Themenfeldern Organisationen, Politik, Kultur und Verwaltung. Jona Hölderle, einer der Gründer, bloggt zum selben Thema bei Pluralog.

zotero Johanna Voll

Nach besagtem Ausflug zog es mich wieder an die Uni zurück, wo ich nun Seminare vorbereite und mich vor interessanten Büchern, Artikeln und Aufsätzen kaum retten kann. Zunächst habe ich tatsächlich mit einem Zettelkasten à la Luhmann geflirtet, mich aber doch schnell für Zotero entschieden: Ein Literaturverwaltungsprogramm, welches sich ebenso im Web wie auch fest installiert bedienen lässt. Neben den bibliografischen Angaben können Notizen zu den einzelnen Publikationen gespeichert werden.

Dropbox Johanna Voll

Last but not least: „Warum erst jetzt?“ Das habe ich mich vor ein paar Monaten so oft gefragt, als ich endlich Dropbox entdeckte. Sicher, gehört hatte ich schon von dieser Lösung, bei der die NutzerInnen von überall Zugriff auf ihre (in der Dropbox abgelegten) Daten haben, aber die aktive Testphase stand noch aus. Nachdem das Hin und Her mit verschiedenen USB-Sticks mich wahnsinnig gemacht hat, arbeite ich nun effektiv mit verschiedenen Endgeräten. Das gemeinsame Bearbeiten von Ordnern und Teilen größerer Datenmengen nutze ich eher wenig.

Warum eigentlich „Herzblutfaktor“?

Die Idee zu diesem Blog-Projekt beschäftigt mich schon lange. Mit der Umsetzung war das so eine Sache…

Schon während meines Studienabschlusses begab ich mich auf Jobsuche. Einige meiner ehemaligen KommilitonInnen hangelten sich bereits von Projekt zu Projekt oder mussten schließlich doch beim Amt der Ämter, dem Jobcenter, als KundIn unter Vertrag gehen. Ich war damals fest davon überzeugt, dass jedeR, der/die sich nur doll genug anstrengt, wenn nicht den Traumjob, dann wenigstens einen anständig bezahlten Job finden wird. Nach meinen ersten 50 Bewerbungen stellte sich auch bei mir eine gewisse Resignation und Ernüchterung ein. Ich hatte den neuen Hosenanzug für Bewerbungsgespräche wohl umsonst gekauft.

Damit einher ging die Idee über meine Erfahrungen zu schreiben und mich mit anderen auszutauschen. In vollem Bewusstsein, dass depressives Rumgeheule in der Öffentlichkeit nicht die erwünschten Ergebnisse (spannende Diskussionen, Erfahrungen in der Social Media-Welt und letztendlich ein Job) bringen würde, sollte der Herzblutfaktor meine Jobsuche auf minimal humoristische, vor allem aber informative Weise begleiten. Meine Zielgruppe waren all die anderen angeblich hochqualifizierten EndzwanzigerInnen aus der Generation Praktikum 2.0. Diese haben in der Regel einiges auf dem Kasten, können das aufgrund mangelnder Chancen jedoch niemandem zeigen. Als Frau gilt man zudem schnell als „tickende Zeitbombe“, die jederzeit schwanger werden könnte und damit ein viel zu großes Ausfallrisiko darstellt. Entfristete Arbeitsverträge rücken in weite Ferne – eine steigende Geburtenrate aber auch.

jobcenter Johanna Voll

Mit dem Jobcenter im Nacken verbrachte ich ein paar triste Monate. An guten Tagen war ich mir meiner vielfältigen Soft Skills und Potentiale durchaus bewusst, blickte zuversichtlich auf den vor mir liegenden Tag und setze mich voller Tatendrang an den Rechner um sämtliche Jobbörsen der sozialwissenschaftlichen Welt unsicher zu machen. An schlechten Tagen zählte ich in meiner Excel-Datei die offenen meiner abgeschickten Bewerbungen (im Dezember 2012: 100) und lenkte mich mit (schlechten) US-amerikanischen Serien ab bis ich ins Medienkoma fiel. Natürlich gab es hier und da mal „Projekte“, die mich zum Glück nicht komplett verzweifeln ließen, aber der Job mit Herzblutfaktor ließ auf sich warten.

Neuen Aufschwung, im Leben, wie auch beim Blog-Projekt, brachte eine Weiterbildung (vom Jobcenter durch einen Bildungsgutschein finanziert) zur Social Media-Redakteurin bei Cimdata, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Im Projektmanagement-Kurs erstellte ich SWOT-Analysen und Gantt-Diagramme zum Launch von Herzblutfaktor.de. Die Kursinhalte vom Social Media Marketing-Kurs halfen mir beim Erstellen meiner weiteren Auftritte im Netz. Ich war bereit. Der Countdown lief.

Parallel dazu lief meine aktive Jobsuche auf vollen Touren. Es waren nun 150 abgeschickte Bewerbungen. In einer verzweifelten Tat machte ich das, was ich eigentlich nie wieder tun wollte: Ich bewarb mich um eine Praktikumsstelle. Diese führte mich dann in eine Onlineredaktion. Ich bin wirklich glücklich und dankbar über die Erfahrungen, die ich dort sammeln konnte. Ich habe viel gelernt und tolle (bleibende) Kontakte geknüpft. Der tatsächliche Berufseinstieg jedoch kam schnell und unerwartet: Meine Professorin, die auch meine Masterarbeit betreut hat, wies mich auf eine offene Stelle an ihrem Lehrstuhl hin. Das war die letzte Bewerbung, die ich abgeschickt habe.

Weg Hiddensee Johanna Voll

Der Launch für Herzblutfaktor.de verzögerte sich durch technische Probleme, einen Mangel an Zeit und den Fakt, dass mein ganze Konzept irgendwie nicht mehr hinhaute: Ich habe mittlerweile einen ausfüllenden Job sowie ehrenamtliche Tätigkeiten mit Herzblutfaktor. All die bissigen Jobcenter-Geschichten müssen nun von anderen geschrieben werden. Eine ursprünglich angedachte Kategorie werden ich wohl dennoch beibehalten: Die schönsten Absagen. Auch heute trudeln gelegentlich Absagen ein – auf Bewerbungen, die ich irgendwann 2012 abgeschickt habe.

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